Neuer Blick auf Platin

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Neuer Blick auf Platin


10.05.2008 /11.15

Susanna Loew gewinnt Innovationspreis auf der inhorgenta europe

Samtig weich anzufassen, leicht in der Hand und von einem weißen Schimmer, der auf einer zerknitterten Oberfläche zwischen Glanz und Mattigkeit changiert. Selten hat man solche Beschreibungen für Platin gehört und ebenso ungewöhnlich ist das Schmuckstück, dem sie gelten: ein opulentes Collier, für das die Goldschmiedin Susanna Loew 2008 den inhorgenta europe-Innovations-preis in der Kategorie Platin erhielt.

Ausgefallene Ideen, innovative Designs und neue Ausdrucks-formen: Die Schmuck- und Uhrenmesse inhorgenta europe in München ist auch der Treffpunkt für Gestalter von Design- und Unikatschmuck. Jeden Februar zieht die Messe junge und innovative Gestalter an. Höhepunkt ist die Verleihung des inhorgenta europe-Innovationspreises, der nun zum ersten Mal um die Kategorie Platin erweitert und von der Platin Gilde International Deutschland ausgelobt wurde.

Gefragt waren Entwürfe, die dem edelsten aller Metalle neue Reize entlocken. Das Ergebnis erfreute: Mit ungewöhnlichen Ideen feierten die Wettbewerbsteilnehmer die Besonderheit des kostbaren Metalls. Herausragend war der Entwurf von Susanna Loew, Goldschmiedin und Diplomdesignerin aus Saarbrücken. Die 42-Jährige hat bereits zahlreiche Preise erhalten und ist mit ihren Arbeiten international in Schmuckgalerien präsent.

Sie überzeugte mit dem Collier „Stella“, einem verspielten und doch selbstbewusst anmutenden Halsschmuck, dessen Form an eine klassische Perlenkette mit Verlauf erinnert. Die Jury urteilte begeistert: „Susanna Loew gewann dem Metall Platin eine unkomplizierte und unerwartet entspannt - lässige Seite ab. Sie
setzt Platin für ein Schmuckstück ein, das sich mit über 200 Gramm Gewicht an eine Trägerin richtet, die es mit Selbstbewusstsein und einem Sinn für Understatement zu tragen weiß.“

Platin kunstvoll inszeniert
Gründe für die ganz ungewöhnliche Anmutung des Platins gibt es gleich mehrere. Zum einen arbeitete Susanna Loew mit dünn ausgewalzter Folie aus Feinplatin, also Schmuckmetall mit einem Feingehalt von 999/-. „Als Folie liegt Platin in der Hand wie schwere, glatte Seide“, berichtet die Goldschmiedin. Ein weiterer Grund für die ungewöhnliche Optik ihres Colliers ist die Technik, die Susanna Loew bei der Herstellung nutzte. Bereits seit ihrem Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim befasst sie sich mit dem Thema „Falten“, das zum universellen Prinzip all ihrer Schmuckarbeiten wurde. Aus hauchdünn gewalzten Edelmetallblechen faltet die Gestalterin die vielfältigsten Formen, mal organisch, dann wieder grafisch und geradlinig.

Für das Platincollier schuf Susanna Loew bis zu fünf Zentimeter große Kugeln, die dank der Herstellungstechnik überraschend leicht sind. Die Falten der Bleche bilden Form, Statik und Oberfläche der Schmuckstücke. Dies ergibt eine unvergleichliche Optik: Die Oberfläche offenbart die innovative Verarbeitung – geprägt von Spontaneität und Intuition -, eine durchdachte, einfache Verarbeitung. Auf vielen abgeschrägten Flächen ergeben sich raffinierte Lichtspiele, während feine, geometrische Linien wie ein Schnittmuster wirken. Dieser Eindruck trügt nicht: Hier ist nichts spontan, sondern alles streng organisiert. Jedem Schmuckelement liegt ein Entwurf zugrunde, der nach langem
Experimentieren mit den papierdünnen Platin-Blechen ent-standen ist. Bei der Umsetzung lässt Susanna Loew traditionelle Goldschmiedetechniken beiseite und beschränkt sich auf schneiden, biegen und falzen.

Groß im Volumen – klein im Gewicht
Von der Wirkung, die Platin durch diese Bearbeitung erhält, war sogar die Gestalterin selbst überrascht: „Beim ersten flüchtigen Anblick wirkt es eher wie Alufolie und die Oberfläche erscheint wie lackiert“, beschreibt Susanna Loew. Sie wollte schon immer ein Collier in Feinplatin und in opulenter Größe umsetzen. „Die von mir entwickelte Falttechnik ermöglicht große Volumen bei geringem Gewicht. Bei Platin werden die darin steckenden Möglichkeiten voll ausgereizt“, erklärt die Gestalterin.

Denn Platin überzeugt durch besondere Zähigkeit und Festigkeit. Allerdings ist es auch das kostbarste aller Metalle. Da es rein, selten und für immer ist, sticht es alle anderen aus und wird zum perfekten Werkstoff für Gestaltungsideen, die Moderne und Innovation mit Kostbarkeit und Einzigartigkeit vereint.

Bild:
Platincollier „Stella“, Pt 999. Gefalteter Schmuck.
Ausgezeichnet mit dem Innovationspreis inhorgenta europe 2008 in der Kategorie Platin.
Design: Susanna Loew, Saarbrücken

Die Jury urteilte begeistert: „Susanna Loew gewann dem Metall Platin eine unkomplizierte und unerwartet entspannt - lässige Seite ab. Sie setzt Platin für ein Schmuckstück ein, das sich mit über 200 Gramm Gewicht an eine Trägerin richtet, die es mit Selbstbewusstsein und einem Sinn für Understatement zu tragen weiß.“





PGI