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Platin-News
WARENKUNDLICHES ÜBER EIN AUßERGEWÖHNLICHES EDELMETALL
1. Warum ist Platin-Schmuck so wertvoll?
Platin ist mit Abstand das seltenste der Schmuckmetalle. Jedes Jahr werden rund 3.000 t Gold gefördert - aber nur ca. 180 t Platin.
Um eine einzige Unze Platin (31,1 g) zu gewinnen, müssen große Mengen Erz ins Rollen gebracht werden: 10 Tonnen! Für dieselbe Menge Gold (1 Unze) müssen "nur" 3 Tonnen Gestein gebrochen werden.
Ein Schmuckstück aus 950er Platin ist um rund 35 % schwerer als ein gleich großes aus 750er Gold und enthält 74 % mehr reines Edelmetall.
Rund 150 einzelne Arbeitsprozesse sind erforderlich, um das Platin von den begleitenden Mineralien und Metallen zu trennen; fünf volle Monate dauert es daher vom Erz zum fertigen Platinbarren.
Höchste Ansprüche stellt das Platinmetall in der Schmuckverarbeitung. Die Herstellung eines Schmuckstücks erfordert hochqualifizierte Arbeitskräfte und aufwendige Arbeitsvorgänge. Während des Schmiedeprozesses gewinnt Platin mehr Festigkeit und Zähigkeit als Gold oder Silber. Platin hat zudem einen weit höheren Schmelzpunkt: 1.773 °C
Zum Vergleich: Feingold 1.063 °C Feinsilber 960 °C
2. Kann man Platin von Weißgold unterscheiden?
Ihre Hand spürt den Unterschied sofort: Auch ein einfacher Trauring aus Platin ist deutlich schwerer als der gleiche aus Weißgold.
Weißgold ist in aller Regel "rhodiniert", d. h. mit einer hauchdünnen Rhodiumschicht überzogen - und das Rhodium ist nun mal ein Schwestermetall des Platins.
Auf die Dauer trägt sich diese dünne Schicht ab, und darunter tritt die wirkliche, gelblich-graue Farbe des Weißgolds (auf französisch "or gris" = graues Gold) zutage, die das Rhodium verdecken sollte. Jetzt ist der Unterschied zum Platin nicht mehr zu übersehen.
Platin nämlich ist nicht oberflächlich "farbveredelt". Es hat diese Tarnung nicht nötig: Es ist echt durch und durch, und sein tiefer weißer Glanz ist unveränderlich.
3. Was heißt "Pt 950"?
Zunächst: "Pt" ist ganz einfach das chemische Zeichen für das Element Platin. Die Zahl dahinter gibt dann - in Tausendsteln - den Gewichtsanteil von reinem Platin an der Schmucklegierung an. Von 1.000 g Schmuckplatin sind also 950 g reines Platin - volle 95 %. (Beim hochwertigen 750er Gold sind es deutlich weniger - nur 75 %.) Die restlichen 5 % einer Schmuckplatin-Legierung bestehen aus Kupfer oder Palladium oder Iridium. Sie werden mit dem Platin "legiert" (d. h. homogen vermengt), um seine Eigenschaften beim Bearbeiten oder speziell beim Tragen zu verbessern.
4. Ist Platin kratzfest?
Platin ist zwar sehr fest und zäh - aber kratzfest ist es ebenso wenig wie die anderen Schmuckmetalle. Mit der Zeit treten bei allen Schmuckstücken - besonders natürlich bei Ringen - Tragespuren auf.
Bei Platin kommt noch etwas Besonderes hinzu - ein scheinbarer Nachteil, der in Wirklichkeit ein Vorteil ist: Während bei den anderen Schmuckmetallen bei jedem Kratzer ein feiner Metallspan abgehoben wird - das Metall also verschleißt -, wird bei dem zähen Platin das Material nur seitlich verschoben: Platin trägt sich nicht ab.
Gerade dadurch wird z. B. der Platin-Trauring zum besonderen Symbol der Beständigkeit: Er bleibt der, der er war - auch wenn das tägliche Tragen auf ihm oberflächlich Spuren hinterläßt: Es sind die individuellen und ganz persönlichen Zeichen eines langen Lebens.
5. Wie sind die Trageeigenschaften von Platin-Schmuckstücken, die mit Gelbgold kombiniert sind?
Einwandfrei. Zwar können je nach Feingehalt des Goldes mehr oder weniger starke Tragespuren auftreten, doch wird beim Design möglichst darauf geachtet, daß sich Platin an den intensiver beanspruchten Stellen befindet und damit eine schützende Funktion ausübt.
6. Welche Vorteile hat Platin beim Tragen?
Bei Platin entsteht auch nach längerem Tragen eines Schmuckstückes kaum Metallverlust (kein Abspanen), Platin ist sehr hautverträglich. Kostbare Steine sind in Platin sehr sicher gefaßt und bestens geschützt; in seiner Farbneutralität läßt Platin die Leuchtkraft des Steins optimal zur Geltung kommen.
7. Wie pflege ich mein Platin-Schmuckstück?
Bitte nicht gerade mit Wurzelbürste und Seifenlauge!
Die Juweliere halten Reinigungslösungen mit den richtigen Utensilien (Töpfchen und Sieb) parat, um Verunreinigungen vorsichtig aufzuweichen und zu entfernen.
Halsketten, Armbänder und vor allem Steinfassungen sind für solche Behandlungen besonders dankbar, denn Staub- und Schmutzteilchen setzen sich gerne an den einzelnen Verschlüssen und Kettengliedern fest.
Zwei- bis dreimal jährlich - je nach Beanspruchung und Tragehäufigkeit - sollten Sie Ihrem Platinschmuck diese Pflege zukommen lassen. Übrigens, wenn Ihr Platinschmuck nicht getragen wird, wickeln Sie ihn möglichst gesondert in Seidenpapier und werfen Sie ihn nicht bunt mit anderen Schmuckstücken in der Schmuckschatulle durcheinander. Denn Platin reagiert sensibel, und unnötige Kratzer lassen sich vermeiden.
Autor: Platin Gilde
Schmuckdesign: Henrich + Denzel, Radolfzell
Kette mit Stabanhänger, Armreif und Ringe aus Platin mit Diamanten
Mode: La Perla
Hose: Gianfranco Ferre Studio